Automatische Bewässerung des Gemüsegartens

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Seit Jahren reift die Idee in mir, unseren Gemüsegarten automatisch bewässern zu lassen.

Im letzten Jahr habe ich ein kleines Testsetup für das große Beet aufgebaut. Bestehend aus einem smarten Wasserventil und einem Viereckregner von Gardena. Das Wasser entnahm ich direkt der Zisterne. Einen Bodenfeuchtesensor hatte ich im Beet bereits. Abschließend habe ich im Home Assistant eine einfache Automation gebaut. Wenn Bodenfeuchte < als 30% dann starte die Zisternenpumpe und öffne das Ventil. Wenn Wert > 35% dann schalte Pumpe aus und das Ventil zu. Damit konnte ich im letzten Jahr das Beet automatisch bewässern und erste Erfahrungen sammeln.

Über den Winter 2025/2026 ging ich in die Planung: Was soll alles bewässern werden und wie kommt das Wasser in die einzeln Bewässerungszonen, sollen die Schläuche Oberirdisch oder verbuddelt werden. Wie steurer das alles, gibt es Lösungen von der Stange und das wichtigste wie bekomme ich das alles in die Smart Home Lösung – Home Assistant, welche bereits im Einatz ist.

Als erstes aber die Bewässerungszonen:

  • Beet
  • Kräuterschnecke
  • Mauer Ost/ Töpfe
  • Mauer Nord
  • Kompost/Kinderbeet
  • Am Gewächshaus
  • Gewächshaus
  • Doris

Ich habe dann viel gelesen wie man wie man die Schläuche verelgt und wie man die Zonen mit Ventilen unterteilt. Am Ende hatte ich zwei Varianten und diese im Kopf und Papier durchgespielt: Kosten und Herstellungsaufwand waren die treibenden Faktoren.

  1. Ein Ventilkasten bei der Zisterne und dann jeweils ein Schlauch je Zone unterirdisch druch den Garten
  2. Eine oberirdische Hauptleitung mit jeweils ein Doppelventil als Abgang pro Zone
Ein der ersten Planung, hier noch mit zentralen Ventilkasten

Am Ende habe ich mich für Variante 2 entschieden. Der Aufwand die Schläuche durch den gesamten Garten zu buddeln haben mich abgeschreckt. Die Kosten war nahezu identisch.

Bleibt die Frage, wie bekomme ich die Technik, also die Ventile, in Home Assistant. Da habe ich mich für Doppelventile mit Zigbee-Technologie entschieden. Es gibt Zuhause bereits ein großes Zigbee-Netzwerk. Das Testventil vom letztes Jahr war auch auch auf Zigbee-Basis. Das hat zu dem den Vorteil, das diese Ventile kabellos sind und die Batterien halten ca. 1 Jahr halten.

Im März 2026 habe ich dann begonnen die benötigten Bauteile zu dokumentieren und anschließend zu bestellen. Dank eines Sturmfreien Wochenende Ende April konnte ich mit dem verlegen und Aufbau beginnen. Nach dem der Aufbau erledigt war habe ich angefangen das Bewässerungsdashboard und die Automationen in Home Assistant anzulegen.

Schematischer Ausbau der Bewässerung

Leider habe ich vor lauter Arbeitseifer keine Fotos während des Aufbaus gemacht.

Für die einzelnen Zone habe ich mich für verschiedene Beregnungsarten entschieden, die entsprechend was in den Bereichen am meisten Sinn macht:

  • Beet – GARDENA Viereckregner AquaZoom compact
  • Kräuterschnecke – GARDENA Viereckregner AquaZoom compact
  • Mauer Ost/ Töpfe – GARDENA Micro-Drip-System 1/2“ mit verschiedenen Düsen
  • Mauer Nord – GARDENA Micro-Drip-System 1/2“ mit verschiedenen Düsen
  • Kompost/Kinderbeet – GARDENA Viereckregner AquaZoom S und Micro-Drip-System 1/2“ mit verschiedenen Düsen
  • Am Gewächshaus – GARDENA Micro-Drip-System 1/2“ mit verschiedenen Düsen
  • Gewächshaus – GARDENA Micro-Drip-System 1/2“ mit verschiedenen Düsen
  • Doris – leer

Ich zeige daher nur den aktuellen Stand. Ich habe nach dem Aufbau noch einiges geändert. Vor allem wo die Bodenfeuchtesensoren zu sitzen haben und die Position und Ausrichtung einzelner Düsen.

Die größten Änderungen hat aber über die Zeit das Bewässerungsdashboard und die Automationen im Home Assistant erfahren.

Jetzt folgen erstmal ein paar Bilder der Zonen.

Das Herzstück, das Dashboard und die dahinterstehende Logik ist im Home Assistant abgebildet. Das Bewässerungsdashboard zeigt uns dabei alle wichtigen Werte und benötigten Interaktionen.

Der Aufbau:

Kopf: Einige allgemeine Werte wie Außentemperatur, Außenluftfeuchtigkeit, heute erwarteter Regel, heutige Regenmenge, aktuelle Regelrate etc.

Zisterne: Status der Pumpe, Status der automatischen Nachfüllen, aktueller Füllstand, Status des Handschalters für die Wasserstelle

Zonenüberblick: Grafische Übersicht der Ventile, VentilÜberblick mit Handschaltung, Überblick der aktuell Ausgeschlossen Zonen (in der Automatischen Bewässerung), aktueller Wasserdurchfluss und Status des aktiven Vorgangs.

Automatische Zonenbewässerung: Überblick je Zone – aktuelle Bodenfeuchte, Anzeige ob Bewässerung notwendig und Status des jeweiligen Ventils

Manuelle Zonenbewässerung; quasi gleiche Anzeige wie bei der automatischen Zonenbewässerung nur das Zonen gezielt jetzt bewässern werden können

Als letztes das Home Assistant Logbuch alles was mit Bewässerung zu tun da. Die Auswahl erfolgt über hinterlegte Tags.

Ich habe mit mittlerweile eigene Option angelegt, um bestimmte Dinge wie Automation dynamischer zu haben, ohne jedesmal die Automation ändern zu müssen. Zum Beispiel die min und max Werte der Bodenfeuchte, Start der Automatischen Bewässerung etc.

Kommen wir zum letzten Punkt vor dem Fazit, dass was die Automatische Bewässerung automatisch macht : die Automationen.

Automationen sind regelbasierte Abläufe. Diese folgen einem einfachen einfachen Prinzip: Wenn ein bestimmtes Ereignis eintrifft und Bedingungen erfüllt sind, führt das System eine Aktion aus. 

Aktuell haben wir insgesamt 97 Automationen , 13 davon haben mit der Bewässerung zu tun.

Es gibt zB eine welchen den manuellen Schalter der Wasserstelle überwacht, dass zB bei Frost der Schalter deaktiviert wird. Wichtig sind aber 4 Automation, auf die ich genauer eingehen möchte.

1) Einmal die der manuellen Bewässerung. Dies sind insgesamt eigentlich 8 Automationen aber die machen alle das gleiche nur jeweils für eine andere Zone. Wenn man den Play-Knopf einer Zone manuell drückt werden die benötigten Ventile geöffnet und die Zisternenpumpe eingeschaltet. Dann läuft ein Timer los (die Zeiten sind je Zone individuell) wenn dieser Timer endet , wird die Pumpe abgeschaltet und die Ventile geschlossen.

2) Setzen des Gießschalters. Wie ich oben bereits erwähnte habe, wird die Bodenfeuchte in jeder Zone gemessen. So wie der Wert unter einen gewählten Wert fällt starte die Automation und setzt den virtuellen Schalter auf ein – das heißt Bewässerung ist in dieser Zone nötig. Um 00:00 Uhr und 15 Minuten bevor bewässert werden soll, läuft diese Automation noch einmal und setzt auch Schalter wieder aus, wenn es zB in der Zwischenzeit geregnet hat.

3) Die eigentliche Gießsteuerung startet zur gewählten Gießzeit. Es wird als erstes geprüft ob ein oder mehrere Gießschalter ein sind. Anschließend wird geprüft ob heute Regen mit mehr als 5 mm/m² zu erwarten sind. Sind Gießschalter aktiv und kein Regen erwartet, beginnt die erste Zone wo der Gießschalter aktiv ist. Die Pumpe wird eingeschaltet und die jeweilige Ventile geöffnet. Jetzt wird gewartet bis die Bodenfeuchte der Zone über dem definierten Max liegt oder die Zisterne unter ihr definierten Minimumfüllstand fällt. Ist eine der Bedingungen wahr, werden die Ventile wieder geschlossen und es wird die nächste Zone bewässert. Sind all Zonen dran gewesen, wird die Pumpe angeschaltet und noch mal kurz alle Ventile geöffnet um überschüssiges Wasser loszuwerden.

4) Die automatische Nachfüllung der Zisterne, sollte diese unter 10 % Füllstand fallen, wird ein Ventil geöffnet und aus dem Wassernetz speist die Zisterne nach. Wird ein Füllstand von 40% erreicht wird das Ventil wieder geschlossen.

Noch ein paar Bilder der Bewässerung im Betrieb:

So das war mein Projekt 2026 – die automatische Bewässerung unseres Gemüsegartens. Fehlt noch ein erstes Fazit nach zu 4 Monaten Einsatz.

Zu erst ist mir aufgefallen, dass mehr Wasser verbraucht wird Dies liegt zu einem mit Sicherheit auch am warmen Sommer und auch an den Anfängen, das noch nicht alles rund lief aber auch daran, dass das System wirklich so lange gießt bis die Zonen den gewünschten Bodenfeuchte Werte erreicht haben. Dafür sieht das Gemüse bisher deutlich besser aus und ist auch größer. Wie z.B. die rote Beete

Einige Pflanzen zeigen auch ein verändertes Verhalten. Aufgefallen ist mit das vorallen bei den Gurken und Bohnen. Beide sind anfänglich extrem schnell gewachsen und hatten kaum Blühten. Irgendwann haben sie das Wachtstum nahezu gestoppt und sind in die Früchte gegangen … über Gurken können wir uns aktuell nicht beschweren. Und der letzte Punkt ist die Zeitersparnis. Wir haben den Gemüsegarten seit Mai nicht mehr per Hand gegossen. Damit sparen wir am Tag etwa ein bis zwei Stunden Arbeit.